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Immobilienfinanzierung – Eine Anleitung für den Hausgebrauch

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Foto: Marko Lange 2014 ©

 

 

Diese Übersicht in 10 Punkten wird Ihnen helfen, an das Thema eigene Immobilie entspannter, durchdachter und mit System heranzugehen.

Aktuelle Statistiken sagen aus, dass sich über 75 % der jetzigen Mieter eine eigene Immobilie wünschen. Das ist viel. Und die gleichen Statistiken sagen, dass über 90 % der Menschen, die sich Ihren Wunsch erfüllt haben,mit dieser Entscheidung sehr glücklich sind.

 Also lassen Sie uns beginnen!

 

 Punkt 1:     Das richtige Maß finden

 

Die Meinung einer Bank, wie viel Rate Sie sich im Monat für Ihr Zuhause leisten können oder können sollten, muss in keinster Weise mit Ihren Berechnungen übereinstimmen. Am besten ist es, ganz am Anfang, ehrlich und offen alle Kosten eines Jahres zusammenzustellen, Ihre festen, planbaren Einnahmen dagegenzustellen, vielleicht ein wenig Puffer zu lassen und dann zu dem tatsächlichen Ergebnis zu kommen, was Sie für eine Finanzierung zur Verfügung haben. Mögliche Einsparungen oder Optimierungen natürlich außen vor. Nennt sich Kassensturz.

Es gibt auch grobe Richtwerte, bis zu welcher Höhe seines Nettoeinkommens die Ausgaben für Wohnen (also „warm“ mit Nebenkosten)  gut vertretbar wären. Verschiedene Banken oder Ratgeber sehen hier ca. 40 % des Nettoeinkommens. Sprechen Sie hier in Ruhe mit einem unabhängigen Berater.

 

 Mal selbst rechnen ? Bitte!

 

 http://markolange.de/baufinanz/selbstrechnen.html

 

 

Punkt 2:    Persönliche Pläne einbeziehen

 

Die Entscheidung für ein Haus treffen Menschen im unterschiedlichsten Lebensalter. Somit ist auch die Frage nach der Länge der Finanzierung und damit der Höhe der Tilgung sehr unterschiedlich. Wann wollen Sie schuldenfrei sein? Gibt es zwischenzeitig Zeiten, in denen weniger Einkommen zur Verfügung steht? (Kinderwunsch, Ausbildungen, Arbeitssuche etc.) Sollte sich Ihre Finanzierung dran anpassen können?

 

Punkt 3:    Eigenes Geld? Eigenleistung?

 

Je mehr Eigenkapital, desto besser der Darlehenszins. Das ist stark vereinfacht, stimmt aber im Groben. Auch Eigenleistungen können helfen, bessere Darlehenskonditionen zu erhalten. Aber Obacht! Eigenleistungen müssen zeitlich und fachlich neben Ihrer normalen beruflichen Tätigkeit umsetzbar sein. Nehmen Sie sich nichts vor, was überfordert. Finden Sie Ihren Weg, mit dem Sie glücklich sind.

 

Punkt 4:   Bauzeit richtig einschätzen

 

Wenn Sie bei einem Hausverkäufer sitzen, ziehen Sie meist gedanklich bereits in Ihr neues Haus ein. Sie gehen durch Ihr Wohnzimmer auf die Terrasse, setzen sich auf die Sonnenbank und erfreuen sich am Feierabend. Dass dieser Moment durchaus erst weit über ein Jahr nach Unterzeichnung Ihres Bauwerkvertrages stattfinden kann, ist nicht jedem klar. Die teilweise ja garantierte Bauzeit Ihrer Baufirma ist nur ein Puzzleteilchen. Das Bauamt, der Architekt, der Vermesser, das Baugrundgutachten, Ihre eigenen Zuarbeiten und vor allem auch die Witterung, können viele Wochen zu Ihrer erhofften Bauzeit addieren. Und dies oft völlig legitim. Hier ist es wichtig, an alle diese Dinge zu denken, und bei Ihrer Finanzierung an einen Anbieter zu wählen, der möglichst lange keine Zinsen für die Bereitstellung Ihres Darlehens verlangt. Und wenn doch, dann möglichst niedrige.

 

Punkt 5:    Niedrige Zinsen lange sichern!

 

 Je länger man bei einer Finanzierung den Zinssatz festschreibt, desto höher ist er. In Zeiten absoluter Niedrigzinsen sollte man, unter Beachtung seines Budgets, seinen Darlehenszins so lange wie möglich festschreiben. Mindestens 10 Jahre und gern viel länger.

 

Punkt 6:    Vor Zinsänderung schützen!

 

Die Wenigsten haben die Möglichkeit, Ihr Darlehen so schnell zu tilgen, dass nach 10 oder 15 Jahren kein Darlehensrest mehr übrig ist. Wer es kann, der sei beglückwünscht. Volltilger nennt sich diese Darlehensform und wird auf den Cent genau berechnet, von vielen Banken angeboten.

Wer aber nach 10 oder 15 Jahren einen noch teils stattlichen Darlehensrest sein Eigen nennt, kann viel zu dessen Verringerung tun. Bausparen ist eines der wenigen, sicheren Mittel, Zinsen zu sichern. Wahlweise sogar mit staatlicher Förderung. Lassen Sie sich zu den vielen Tarifen und Möglichkeiten beraten. Unabhängig!

 

Punkt 7:   Sondertilgen lohnt!

 

 

Viel und schnell Tilgen ist der Wunsch eines jeden Kreditnehmers. Nicht immer ist dies mit der gewünschten Rate vereinbar aber oft gibt es auch die Möglichkeit, außer der Reihe etwas zurückzuzahlen. Viele Banken erlauben sogar  kostenfrei in einem bestimmten Rahmen pro Kalenderjahr Sonderzahlungen, die die Rückzahlung Ihres Darlehens ordentlich beschleunigen können. Manche ermöglichen zusätzlich die Änderung Ihres Tilgungssatzes.

 

 

Ein Beispiel:

Darlehenshöhe 200 TEUR, Nominalzins 2 % p.a., Tilgung 2,0 % p.a. monatliche Rate 666,67 EUR, rechnerische Gesamtlaufzeit 34 Jahre und 9 Monate

Ein Prozent mehr Tilgung p.a. bewirkt bereits, dass die rechnerische Gesamtlaufzeit auf 25 Jahre und 7 Monate fällt.

 

 

Punkt 8:    Das Leben geht nie immer geradeaus

 

 

Es ist wichtig, gerade bei der größten und wohl wichtigsten Investition Ihres Lebens, daran zu denken, dass Sie sich aber vor allem alle die Ihnen lieb und wichtig sind, gegen Dinge zu schützen, die im Leben passieren und alle Pläne über den Haufen werfen können. Ihre Arbeitskraft, Ihr Leben, Ihre Gesundheit, Ihre Immobilie als solche, um nur die wichtigsten zu nennen. Preis und Leistung der vielen Anbieter hier zu vergleichen ist unerlässlich.

 

Punkt 9:    Finanzierung im Auge behalten

 

 

Es lohnt sich, seine Baufinanzierung wenigsten ein Mal im Jahr ins Gedächtnis zurückzurufen und zu überlegen, ob alles so läuft, wie es mal gedacht war. Z.B. wenn der Jahreskontoauszug per Post zu Ihnen kommt und Sie ihn in Ihre Unterlagen abheften. Wollten Sie nicht eine Sonderzahlung machen oder  etwas modernisieren. Kann ich meine bestehende Grundschuld nutzen? Wann kann ich eine Anschlussfinanzierung beantragen? Gerade diese Frage ist wichtig. Und ein guter Berater, wird Sie rechtzeitig, also durchaus bis zu 5 Jahren im  Voraus, auf das Thema ansprechen, wenn Sie nicht gleich daran denken.

 

Punkt 10:    Sagen Sie es weiter!

 

 

Wer zufrieden und natürlich auch stolz auf sein neues Heim ist, darf es weitersagen. Sie haben alles richtig gemacht und alle, die Ihnen dabei geholfen haben, freuen sich mit Ihnen. Vielleicht starten auch Menschen  in Ihrem Umfeld ein ähnliches Projekt. Gönnen Sie ihnen die guten Erfahrungen, die Sie gemacht haben, ebenfalls.

 

http://www.baugeld-finden.de

https://www.whofinance.de/berater/marko-lange/

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Der Hausbank-Bonus

Kennen Sie das noch? In guter alter Zeit, als das Sparbuch noch ein Buch war und kein Kontoauszug, den man sich am Automaten holen musste, als man Geld noch guten Gewissens am Schalter einzahlen konnte, Zeit für ein entspanntes Wort mit den Bankangestellten war, man Termine nicht über Call-Center vereinbaren musste und ein tiefer Blick in die Augen nebst Handschlag beim Filialleiter mehr galten, als 3 Punkte im Scoring-Programm des Bankcomputers, da gab es ihn noch. Den Hausbank-Bonus. Mag man ihn nennen wie man will. Es war eine Art stillschweigende oder vielleicht auch manchmal laute Art der Anerkennung für viele treue Jahre als Kunde in einer Bank. In den gebrauchten Bundesländern kannte man das, wie ich hörte, wohl noch mehr, als bei uns. Doch auch hier in Mitteldeutschland war dies nach meinen Empfindungen bis Ende der 90-er Jahre eine gepflegte Art der Wertschätzung und viele Menschen erwarten dies stillschweigend auch heute noch. Sehen wir uns doch mal an, was wir zu dem Thema erleben. Es ist bezeichnend, dass es einige, wenige überregionale Banken als wirksame Werbeaussage erkannt haben, Bestandkunden wie Neukunden behandeln zu wollen. Es macht als Werbeaussage nur Sinn, wenn man sich damit von seinen Mitbewerbern absetzt und den Wunsch der Kundschaft trifft. Einen Applaus der PR-Abteilung. Die Realität ist meist, dass der Neukunde mit Boni, Werbegeschenken, Werbeprämien und Zinsvorteilen überhäuft wird, während der langjährige Kunde nur dann gute Konditionen erhält, wenn er sich laut empört. Man schürt mit dieser Preispolitik das Bankenhopping, wie ich es nenne. Dabei möchte man doch angeblich jeden Kunden langfristig und bedarfsorientiert betreuen. Wie soll das gehen, wenn man ihn mit Missachtung straft und aus dem Haus komplimentiert?
Ich sehe ja nun schon seit einigen Jahren gottlob über den Tellerrand einer einzigen Bank hinaus und treffe gemeinsam mit meinen Kunden unabhängig Entscheidungen aus einer riesigen Auswahl von Banken, Versicherungen und Finanzinstituten. Nicht selten erlebe ich, dass die Menschen natürlich erst zu Ihrer Hausbank gehen. Das ist natürlich in Ordnung und verständlich. Sofern Sie in einer akzeptablen Zeit einen Termin bekommen. Sprechen wir dann miteinander und vergleichen Konditionen, frage ich oft verwundert, ob sie denn schon lange Kunde dieser Bank wären, denn die Konditionen sind teils nicht annähernd konkurrenzfähig. Aktuelles Beispiel einer netten Familie aus einem benachbarten Landkreis, die gern ein Einfamilienhaus bauen möchte und eine Baufinanzierung suchte. Sie legt, nach der Beratung bei uns, das Angebot Ihrer langjährigen Hausbank, einer Volksbank, vor. Unser Baufinanzierungsangebot lag bei ca. 2,50 % p.a., hatte keine Nebenkosten, hatte Sondertilgungsrechte etc.. Die entsetzte Familie vergleicht die Berechnung mit der Ihrer Ihrer Hausbank. Nominalzins deutlich über 5 % p.a., zusätzlich ein Agio von 1 % sowie, weil Kontoführungsgebühren ja nicht mehr statthaft sind, eine Art Bereitstellungsgebühr für den Jahreskontoauszug. Nochmal verdeutlicht, es war eine gut verdienende Familie ohne jegliche negativen Auskünfte, mit Eigenkapital und dem Wunsch nach einem eigenen Heim. Alle anderen Eckdaten der Finanzierung waren gleich. Es war der eklatanteste von vielen Fällen, den ich in den letzten Jahren gesehen hatte.
War lehrt uns das? Die Zeit des Hausbank –Bonus ist vorbei. Es mag vereinzelt noch kleine, feine Filialen von Banken geben, die sich den Luxus einer solchen Unternehmenspolitik leisten wollen und dürfen. Wollen, würden sicher viele der Angestellten, denn sie machen Ihren Job gern und mit Engagement. Das Bankgeschäft in den großen Instituten ist jedoch mehr und mehr geprägt von Terminquoten, Verkaufsvorgaben und Neukundegewinnung. Wer Fairness und Unabhängigkeit sucht, muss einen Partner wählen, der auf seiner Seite steht und ihm eine wirkliche Auswahl bieten kann und vor allem auch will. Es zahlt sich aus !

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http://www.finanzierungfinden.de

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